Wie wir lernen, einfach „Nein“ zu sagen

Wie wir lernen, einfach „Nein“ zu sagen

Das Leben bietet viele Hürden, die es zu überwinden gilt, um das eigene Glück zu finden. Die meisten davon befinden sich ganz in unserer Nähe, sogar im täglichen Umfeld.

In der heutigen Zeit fällt es uns immer schwerer, auch einmal „Nein“ zu sagen, wenn wir etwas nicht wollen. Sei es nun eine Erledigung, die für jemand anderes gemacht werden sollte, oder aber eine gemeinsame Unternehmung, auf die wir schlichtweg keine Lust haben. Von der Kindheit an wird uns beigebracht, dass es zum guten Ton gehört, Kompromisse einzugehen. Dass diese aber in erster Linie der eigenen Familie vorbehalten sein sollten und es selbst hier Grenzen gibt, wird dabei gerne verschwiegen.

Doch an dieser Stelle einmal eine andere Frage: Wie sollen wir stets für andere da sein, wenn es uns selbst nicht gut geht?

Warum es wichtig ist, an sich zu denken

Weg mit dem Fehldenken, dass das eigene Wohl nicht relevant sein darf. Egoismus ist gesund und notwendig, wenn man das eigene Seelenwohl wahren möchte. Immerhin gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Egoismus und Ignoranz. Diesen zu lernen ist keine Kunst.

Wer „Nein“ sagt, zieht im Prinzip klare Grenzen und muss deswegen kein schlechtes Gewissen haben. Ganz im Gegenteil, man kann sogar sehr stolz auf sich selbst sein, weil man diese selbstbewusst vertritt und weiß, was der eigene Körper und Geist brauchen.

Die häufigsten Gründe, warum wir nicht an uns denken

In der Regel ist es die Angst, die uns daran hindert, etwas zu verneinen, das wir nicht wollen und uns danach einfach davon abzuwenden.

Um ein bewusstes, eigenständiges Leben zu führen, muss man sich zunächst fest mit möglichen Ursachen dieser Angst auseinandersetzen und sie aus der Welt schaffen.

Das kann zum Beispiel sein:

  • Angst, etwas zu verpassen
  • Angst, jemanden zu enttäuschen
  • Angst, dadurch unwichtig zu sein
  • Angst, deshalb verlassen zu werden
  • Angst vor einem schlechten Gewissen
  • Angst, einen Streit zu verursachen

Wie wir die eigene Angst besiegen

In jedem Fall ist es wichtig, sich wie ein Mantra vor Augen zu führen, dass eine derartige Angst keineswegs angebracht ist. Weder führt sie uns ans Ziel, noch hilft sie uns dabei, dieses zu erreichen. (Buchtipp: Nein sagen will gelernt sein)

So ist beispielsweise die Angst davor, deshalb verlassen zu werden, am einfachsten damit besiegt, zu realisieren, dass man diejenigen Personen ohnehin nicht im eigenen Leben brauchen kann. Zwar sind viele Freundschaften und Verbindungen in der heutigen Zeit oft zu Zweckbekanntschaften geworden, aber man muss sich hier schon einmal die Frage stellen, ob man das überhaupt möchte. Und ob das wirklich das ist, was man unter Freundschaft oder auch Partnerschaft versteht.

In 4 Schritten ohne Angst „Nein“ sagen lernen

Es sind nur vier Schritte notwendig, um das eigene Wohl und damit auch die eigenen Interessen fortan selbstbewusst an erste Stelle heben zu können. Als Beispiel, um diese besser zu veranschaulichen, dient das Berufsleben.

1. Es ist nicht das eigene Problem

Im Büro ist viel los, die Arbeitskräfte reichen nicht, egal, wie stark sie noch vereint werden. Überstunden wären notwendig, doch diese werden so kurzfristig und häufig anberaumt, dass einem längst die Lust daran vergangen ist, noch länger hier zu arbeiten.

Es ist wichtig, in einer solchen Situation einen klaren Blick beizubehalten und zu realisieren, dass es nicht das eigene Problem, sondern das des Unternehmens ist, dass zu wenig Arbeitskräfte vorhanden sind. Anstatt dieses auf die Mitarbeiter abzuwälzen, indem regelmäßig Überstunden anfallen, sollte eine weitere Arbeitskraft eingestellt werden.

Die eigene Aufgabe ist es in diesem Fall, einfach nicht zuzulassen, dass das Problem eines anderen auf die eigene Person abgewälzt wird.

2. Sich über die eigene Rolle bewusst sein

In weiterer Folge ist es wichtig, nicht aus den Augen zu verlieren, dass man selbst nichts damit zu tun hat, ob dieses Problem entstanden ist, oder nicht.

Keinesfalls dürfen die Gedanken in eine Richtung abschweifen, in der man sich plötzlich selbst dafür verantwortlich fühlt, dass so viel Arbeit zusammengekommen ist. Weder die eigene Organisation, noch die Geschwindigkeit hätten etwas daran geändert, dass Überstunden notwendig werden. Alleine schon deshalb, weil sie regelmäßig anfallen!

3. Mögliche Folgen sind irrelevant

Steht die Angst im Raum, dass der Chef aufgrund der Unwilligkeit zu andauernden Überstunden die Arbeitsstelle kündigt? Ist das wirklich ein so horrender Gedanke, endlich aus dem Berufsumfeld wegzukommen, in dem man schon längst keinen Spaß mehr gehabt hat? Die Angst ist folglich unnötig.

Sicherlich, nicht in jeder Lebenslage fällt es leicht, einfach von einem Job in den nächsten zu springen. Doch muss man sich selbst niemals zum Sklaven der eigenen Angst machen. Hier passt so schön das Sprichwort: „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird!“

4. Weg mit den Konjunktiven und Relativierungen

Eine Sache, die man längst in jedem Rhetorikkurs lernt. Konjunktive sind wie Gift für die eigene Kommunikation, da wir dadurch dazu neigen, uns nicht klar und selbstbewusst auszudrücken.

Würde, hätte, eigentlich, vielleicht, irgendwann, womöglich – alles Worte, die nicht im täglichen Sprachgebrauch sein dürfen.

Wer sich selbstbewusst ausdrückt, wird auch als selbstbewusst wahrgenommen.

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